Taschenlochvorrichtung – Welche ist die richtige?

Taschenlochvorrichtung - welche ist die Richtige?

Dieser Artikel ist keine Anleitung im eigentlichen Sinne. Es geht mir hier eher darum von meinen Erfahrungen mit verschiedenen Taschenloch-vorrichtungen zu berichten bzw. eine geeignete Taschenlochvorrichtung zu finden.
Im Laufe der Jahre habe ich dann doch mal so die ein- oder andere Taschenlochvorrichtung benutzen und ausprobieren können und ich muss sagen, dass mir das System an sich ziemlich gut gefällt.
Man hat eine Verbindung, die mehr oder weniger schnell gemacht und – bei richtiger Umsetzung – von außen nicht zu sehen ist.

Viel Spaß beim Lesen.

Taschenlochvorrichtung - um welche geht es überhaupt?

Vorrichtungen um Taschenlöcher anzufertigen gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Einige davon ziemlich teuer, andere wiederum für wenig Geld. Einige groß, einige klein, etc.
Ich möchte hier drei verschiedene Typen miteinander vergleichen, von denen ich denke, dass die repräsentativ für alle Modelle sind, die ich bisher gesehen habe und möchte am Ende noch ergänzen, warum ich mich für die günstigste – das Undercover Jig – und die teuerste Variante – das K5 von Kreg – entschieden habe.

Wolfcraft Undercover Jig

Klein, handlich, transportabel und vielseitig.

Kreg K4

Die gute Mittelklasse. Immernoch transportabel, aber auch stationär einsetzbar.

Kreg K5

Das Schwergewicht und meine letztendliche Entscheidung. 

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Es geht hier – wie ihr euch wahrscheinlich schon gedacht habt – um die drei oben genannten Kandidaten:

– Das Undercover Jig von Wolfcraft
– Das K4 von Kreg
– Das K5 von Kreg

Alle Taschenlochvorrichtungen

Mit jeder dieser Vorrichtungen habe ich gearbeitet und bin soweit alles in allem auch mit jeder Lösung sehr zufrieden. Einschränkungen und Erfahrungen möchte ich euch hier im Folgenden präsentieren.

Wolfcraft Undercover Jig - ein Alleskönner?

Bis vor zwei Jahren hatte ich mal so gar nichts mit Taschenlöchern zu tun. Ich wusste nichteinmal was eine Taschenlochvorrichtung ist, bis ich bei Youtube mal gesehen habe, wie die Amerikaner ihre Schränke und Kommoden bauen.
Ich hab mich daraufhin viel mit dem Thema beschäftigt, denn das sah in den Videos immer ziemlich cool aus und war eben eine sehr schnelle und einfach zu realisierende Verbindung.

Den letztendlichen Kaufimpuls gab mir dann nicht die Firma Wolfcraft, sondern ein Gespräch mit einem Instagram Kollegen und für diesen Tipp bin ich ihm bis heute noch dankbar.

Aber zum eigentlichen Produkt: die Wolfcraft Undercover Taschenlochvorrichtung kommt mit einer Hand voll Zubehör in einem Kunststoffkoffer daher. Es sind ein paar Schrauben, sowie Stopfen für die Löcher dabei. Alles eher so larifari und man braucht es nicht unbedingt.
Was man allerdings braucht ist der mitgelieferte Bohrer mit Stellring sowie der knapp 15cm lange Bit. Die Ausführung des Bits gibt es in Torx oder in Kreuzschlitz. Ich empfehle ganz klar Torx – auch wenn die Variante etwas teurer ist. Man hat hier den Vorteil, dass die Schrauben-Antriebe einfach nicht durchdrehen. Egal wie blöd man sich beim Einschrauben anstellt.

Taschenlochvorrichtung wolfcraft oben

Die Vorrichtung selbst passt ganz easy in die Hand eines ausgewachsenen Mannes (oder Frau – wir wollen ja niemanden diskriminieren).

Sie ist größtenteils aus Kunststoff gefertigt, was aber nicht heißt, dass die Taschenlochvorrichtung nicht robust ist – das Gegenteil ist der Fall. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie oft mir dieses Ding bereits auf den Boden gefallen ist, ich es irgendwo eingeklemmt habe oder mit Gewalt per Schraubzwinge an ein Brett geklemmt hab.

Die grundsätzliche Funktionweise der Taschenlochvorrichtung ist einfach:
es sind verschiedene Brettstärken an der Vorrichtung selbst vorgegeben, an denen die Vorrichtung auch einrastet. Man stellt es also auf die Rastposition, die der tatsächlichen Brettstärke am nächsten kommt. Danach wird die Vorrichtung hochkant aufgestellt und der Bohrer eingelegt – und zwar so, dass er 2-3mm über dem Boden schwebt. Anschließend wird die Position des Bohrers mithilfe des mitgelieferten Stellrings fixiert, sodass nicht tiefer gebohrt werden kann.

Einen großen Nachteil hat die Vorrichtung: man muss das Ding entweder Loch für Loch mit maximaler Kraft ans Werkstück anpressen um ein Loch zu bohren, oder aber man zwingt es fest – was wiederum den Nachteil hat, dass ziemlich viel Zeit dabei drauf geht – je nachdem wie viele Löcher gebohrt werden müssen.

Diesem gravierenden Nachteil stehen jedoch zig Vorteile gegenüber: die Taschenlochvorrichtung ist hochgradig transportabel und kann an jeder beliebigen Stelle angebracht werden. Die Stärke des Werkstücks kann auch über die angegebene Maximalstärke von 38mm hinaus gehen. Das ist kein Problem.

Fun Fact nebenbei: ich habe meine Werkbank – bestehend aus 80 x 60mm Fichtenlatten mithilfe des Undercover Jigs gebaut und die ist mega stabil.

Taschenlochvorrichtung Werkbank bauen

Ein weiterer riesen Vorteil der Taschenlochvorrichtung ist der Fakt, dass man auch am Stirnende sehr langer Latten Löcher anbringen kann. Das geht mit den anderen Vorrichtungen leider nicht (ohne Zukaufteile).

Ich habe mit dieser kleinen Taschenlochvorrichtung ins Thema hineingefunden und ich bereue den Kauf keineswegs. Im Gegenteil: obwohl ich mittlerweile das Kreg K5 besitze, ist das Wolfcraft Gerät immernoch desöfteren im Einsatz – eben wegen seiner Vielseitigkeit.

Kreg K4 Taschenlochvorrichtung - die Mittelklasse

Neben den ganz kleinen Taschenlochvorrichtungen gibt es natürlich noch weitere. Als Beispiel für die Mittelklasse habe ich mir hier mal die Taschenlochvorrichtung mit dem einfachen Namen “K4” von Kreg herausgepickt.

Taschenlochvorrichtung Kreg K4 von oben
Taschenlochvorrichtung Kreg K4 von der Seite

Diese Taschenlochvorrichtung ist etwas größer als der Gegenspieler von Wolfcraft. Es gibt vorgebohrte Löcher, sodass man es bspw. an einer Werkbank anschrauben kann. Eine weitere Möglichkeit zur Fixierung ist hinten an der Vorrichtung. Man kann das Gerät mit der Kreg Einhandzwinge wunderbar an einem Tisch festzwingen. Die Aussparung hinten ist genau dafür gemacht.


Ein großer Vorteil dieser Vorrichtung ist direkt auf den ersten Blick erkennbar: man spannt nicht die Taschenlochvorrichtung am Werkstück fest, sondern legt das Werkstück rein und zwingt es per Kniehebelspanner fest. Den Anpressdruck kann man dabei ganz individuell einstellen und sorgt so dafür, dass nichts wackelt – ziemlich cool gelöst, wenn man kleinere Werkstücke bearbeitet.

Taschenlochvorrichtung Kreg K4 Bohrtiefe einstellen

Die Bohrtiefe lässt sich an der Taschenlochvorrichtung selbst einstellen. Dazu legt man den Bohrer in die entsprechende Aussparung hinein und schiebt das breite Ende auf die Materialstärke, die man zu bohren gedenkt. Die Arretierung erfolgt wie beim Wolfcraft Jig mittels Stellring.

Das ganze Zubehör – also Bohrer, Bit sowie Stellring lassen sich zum Transport oder zum Verstauen unter der Vorrichtung festklemmen. Leider habe ich davon kein Bild gemacht.
Kreg liefert übrigens standardmäßig einen Bit mit Vierkantantrieb aus. Wenn man den benutzen möchte, ist man mehr oder weniger auf die hauseigenen Schrauben von Kreg angewiesen. Diese sind zwar nicht unbedingt schlecht, aber der Antrieb ist (zumindest in meinen Projekten) ganz anders als alle anderen Antriebe, die ich so benutze.

Taschenlochvorrichtung Kreg K4 Bohrlehre

Die Bohrlehre an sich ist (wie auch beim nachfolgen Kreg K5) aus der Taschenlochvorrichtung herausnehmbar. Damit kann man das Ding in etwa genauso benutzen wie auch die Wolfcraft Vorrichtung. Es wird jedoch ein kleiner Zusatz benötigt, den man dazu kaufen kann. Das wäre dieser hier:

Da die Bohrlehre beim K4 und K5 baugleich ist, kann die Lehre für beide Taschenlochvorrichtungen genutzt werden. Die Einstellung und Benutzung läuft dann ziemlich genau wie beim Wolfcraft Jig auch.

Der Grund, warum ich mich gegen das günstigere Kreg K4 und für das teurere Kreg K5 entschieden habe ist zweierlei:

1. Die Auflagefläche an den Seiten ist leider nicht vorhanden. Das könnte man natürlich irgendwie unterfüttern, aber das ist aus meiner Sicht nichts halbes und nichts ganzes. Letzten Endes würden die Brettchen dann wegrutschen und wenn man die festmacht, dann kann man sich auch gleich die größere Variante holen.

2. Und das ist mein Hauptgrund gewesen: wenn man größere Bretter hat, in die man bohren möchte, muss man um das Werkstück herum greifen um an die Arretierung des Kniehebelspanners zu kommen. Das ist mir bei der Arbeit mit dem K4 immer ein ziemlicher Dorn im Auge gewesen.

Das Jig an sich ist schon ziemlich gut, aber man muss diesen Umstand eben mit berücksichtigen. Sofern man mit der Taschenlochvorrichtung nur kleinere Werkstücke bearbeitet, ist das aber kein wirklicher Nachteil.

Kreg K5 Taschenlochvorrichtung - das Schwergewicht unter den Vorrichtungen

Taschenlochvorrichtung Kreg K5 komplett

Da steht das Ding in seiner ganzen Pracht. Majestätisch in royalem blau! Mein absoluter Favorit, wenn es darum geht Taschenlöcher zu bohren. Das Kreg K5 ist zwar nicht sonderlich portabel, aber es bietet in der kleinsten Ausführung bereits mehrere Vorteile.

Taschenlochvorrichtung Kreg K5 oben

Die robusten, seitlichen Auflageflächen verhindern ganz zuverlässig ein Kippeln des eingespannten Werkstücks – auch wenn es mal etwas länger ist.
Die Arretierung des Werkstücks erfolgt genau da, wo man ohnehin die ganze Zeit steht: am Hintern der Taschenlochvorrichtung. Selbstverständlich ist der Spanner auch hier ganz individuell einstellbar.

Auch die Höhe ist – ähnlich wie beim K4 durch das herausziehen der Bohrlehre einstellbar. Eine leicht abzulesende Skala ist an der Seite aufgedruckt. Man stellt sich einfach die Höhe ein, die am nächsten an die tatsächliche Stärke des Werkstücks herankommt.

Taschenlochvorrichtung Kreg K5 Höhenverstellung

Die Vorrichtung kommt mit einem Absaugadapter, der ziemlich was taugt. Gerade wenn man viele Löcher nacheinander bohrt hilft es enorm und spart viel Zeit bei der Entfernung des Bohrstaubs.

Das mitgelieferte Zubehör – im Wesentlichen wie auch vorher: Bohrer, Bit und Stellring – kann in den seitlichen Auflagen verstaut werden. Kreg liefert hier zwar noch eine Einstellhilfe für den Bohrer sowie eine kleine Hilfsvorrichtung zur wiederholgenauen Positionierung des Werkstücks mit, aber das benutze ich kaum. Das liegt einfach in den seitlichen Auflagefächern rum und versauert da 🙂 .

Taschenlochvorrichtung Kreg K5 hinten
Taschenlochvorrichtung Presse

Die Spannvorrichtung funktioniert ganz bequem von hinten. Wenn man den Hebel nach unten drückt, wird das Werkstück an die Bohrlehre gedrückt und man kann bequem von hinten seine Löcher bohren.

Im großen und ganzen ist hier zu sagen, dass das zwar die größte Taschenlochvorrichtung ist, die mir bisher untergekommen ist, aber mit Abstand auch die beste. Die Zeitersparnis, die ich beim Arbeiten damit im Vergleich zu den anderen Vorrichtungen gewinne ist schon enorm. Man spannt das Werkstück fest, bohrt ein Loch, führt das Werkstück weiter, spannt es fest, bohrt ein weiteres Loch – und so weiter.
Es gibt keine Zwinge, die man vorher festspannen muss und man muss auch nicht um ein Werkstück herum greifen. Alles ist in greifbarer Nähe.

Fazit

Ich hoffe diese kleine Übersicht hat euch gefallen. Sofern ihr noch nicht mit Taschenlöchern vertraut seid, kann ich euch nur ans Herz legen: probiert es mal aus. Das macht echt Laune und so eine Schublade bspw. ist damit recht schnell zusammengebaut. Mit der richtigen Taschenlochvorrichtung ist das eine Sache von wenigen Minuten.

Ach ja… Auch wenn es danach aussieht (und die Leute meckern und motzen ja gern desöfteren mal wegen sowas): dieser Beitrag ist weder von Wolfcraft noch von Kreg gesponsort, sondern ist zu 100% auf meinen eigenen Mist gewachsen. Ich erhalte dafür kein Geld und habe mir die Vorrichtungen selbst gekauft bzw. bei einem Kollegen in der Werkstatt testen können.

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